TAI CHI DAO methoden

Spiel der Fünf Tiere

 

"Bewegung ist die Sprache des Menschen. Über alle äußeren Zwecke hinaus ist sie das Instrument, mit dem er äußert, was in ihm lebt und wirkt. Es gibt kein anderes Mittel, durch das der Mensch dem Menschen vernehmlich wird." (Dore Jacobs)

 

MOVEMENT FUNDAMENTALS eröffnet in diesem Sinne einen Spielraum in den Bewegungen des Lebens. In Rückbesinnung auf frühe Bewegungen im Kindesalter von einfachen Reflexen bis zum aufrechten Gehen werden alle Phasen der menschlichen Entwicklung noch mal durchlaufen. Es gleicht einer Forschungsreise durch die Regionen des Körpers, bei der ursprüngliche, teils vergessene Bewegungen wieder erinnert und mit persönlichen Erfahrungen verbunden werden.

 

Das Bewegungsgeschick entwickelt sich in den Übergängen von einer Ebene zur anderen - jedes Mal neu vom Liegen und Rollen zum Krabbeln und Klettern bis zum freien Gehen. In den Zwischenräumen, wo die eine Bewegung nicht mehr und die andere noch nicht ist, entdecken wir Ruhepunkte, von denen aus wir unseren Bewegungshorizont erweitern.

 

Ob wir uns in den Bewegungen der Kampfkunst, des Tanzes oder handwerklicher Techniken üben - nichts müssen wir wirklich neu erfinden. Deren ganze Vielfalt findet ihre Vorbilder in den Bewegungen der Natur. Daher bilden die Bewegungen der Tiere seit jeher ein unerschöpfliches Repertoire für die Kampftechniken des Gongfu, zu denen auch das Tai Chi Chuan gehört.


Hände wie fegende Wolken (Wu Jianquan)

 

TAI CHI CHUAN - die Methode mit leerer Faust gemäß Yin & Yang zu kämpfen - beruht auf den Bewegungsmustern der menschlichen Entwicklung und formt sie zu kontinuierlich verbundenen Bewegungsfolgen. Sie sind zentriert, leicht, aufrecht, fließend und lebendig. Die Gelenke, wie „Perlen an einer Schnur“ verbunden, erlauben Bewegung ohne Anstrengung, getragen von der Körpermitte, belebt durch den Atem und geleitet vom Bewusstsein.

 

Die traditionellen Fomen des Zhaobao-, Wu- und Sun-Tai Chi Chuan sind drei Spielarten (Stile) dieser Kunst, verschieden im Ausdruck und einheitlich in den Prinzipien. Jede öffnet eine andere Tür zu einer „Schatzkammer“ übender Verfahren (Formen), die jede für sich dem inneren Verstehen des „DAO“ dienen. Hierzu gehören:

 

  • Handformen (großer, kleiner, mittlerer Rahmen)
  • Seidenübungen (Chansi Gong)
  • Waffenformen (Säbel, Lanze, Schwert)
  • Schiebende Hände (Tui Shou)
  • Anwendungen

 

QIGONG und Tai Chi Chuan gehören zusammen wie Inhalt und Form. In der Ruhe die Bewegung oder umgekehrt in der Bewegung die Ruhe zu suchen, sind zwei Seiten einer Methode. Daher wird Qigong im TAI CHI DAO immer in Verbindung mit den Formen und Methoden der Tai Chi Faust bzw. des Gongfu geübt und vermittelt. Die von Li I-Yu für das Tai Chi Chuan verfassten fünf Merkmale gelten genauso im Qigong:

 

  • Das Herz und die Gedanken sind ruhig
  • Der Körper ist leicht und lebendig
  • Das Qi ist gesammelt
  • Die Wesenskraft ist Eins
  • Der Geist ist konzentriert

 

Im TAI CHI DAO lernen wir, den Bewegungsimpuls aus der Mitte zu vernehmen, seine Wellen durch den Körper fließen zu lassen und diesem Geschehen nicht selbst im Wege zu stehen. Alle Formen des TAI CHI DAO beruhen auf diesem inneren Prozess.

 

„Die Weichheit eines Kindes, die Kraft eines Holzfällers und die Gelassenheit eines Weisen“ zu entwickeln, wie es in einem alten chinesischen Text heißt, hat wohl auch hier ihren Ursprung.

 

 

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