WISSEN - Muster

Punkt - Linie - Kreis

Die Seidenübungen (Chansi Gong) bilden die Grundlage der verbundenen Bewegungsfolgen im Tai Chi Chuan. Sie folgen den anatomischen Besonderheiten der Gelenkstruktur.


Während die Knorpelgelenke der Wirbelsäule die Körperhaltung bestimmen, legen die aus Kopf und Pfanne bestehenden Schulter- und Hüftgelenke die Richtung der Extremitäten fest.
 
Die als Dreh- und Scharniergelenke wirkenden Ellbogen und Knie übertragen das Gewicht und bestimmen die Reichweite.

 

Die elliptischen und ebenen Formen der Hand- und Sprunggelenke dienen der Druckverteilung, sodass die Scharnier- und Sattelgelenke der Finger- und Zehen eine genaue Manipulation und Artikulation im Raum erlauben.
 
Die räumlichen Bewegungsmuster entsprechen dem Zusammenwirken von Punkt, Linie und Kreis. Hiermit ist auch die Perspektive der sich bewegenden Person gemeint. Denn diese kann den Mittelpunkt des Raumes einnehmen (Punkt), denselben durchqueren (Linie) oder ihn von außen her umgehen (Kreis).

 

Mit jedem Positionswechsel verändert sich die raumzeitliche Wahrnehmung und Orientierung, d.h. die Person muss sich buchstäblich jedesmal neu einstellen.